Gedenkort am HIPS Saarbrücken

Gedenkstein mit Myxochromid-Molekül

Silke Wenzel

Wir erinnern uns

an eine sehr talentierte, engagierte und erfolgreiche Naturwissenschaftlerin im chemisch-pharmazeutischen Bereich und einen liebenswerten Menschen.

Verschiedene Stationen des Chemiestudiums, der Promotion und der Post-Doc-Zeit hatten sie von Göttingen, nach Braunschweig, den USA und später Kanada geführt. Silke Wenzel, Jahrgang 1977, lebte und arbeitete seit 2005 in Saarbrücken. Die Wissenschaftlerin hatte sich am dortigen Helmholtz-Institut für Pharmazeutische Forschung (HIPS) in der Abteilung MINS beruflich etabliert. Als Akademische Oberrätin der Universität des Saarlandes führte sie zahlreiche Doktoranden erfolgreich zur Promotion und hielt zuletzt Lehrveranstaltungen im Fachbereich pharmazeutische Biotechnologie ab.

Sie ging ganz in ihrer Arbeit auf, sah in ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit keineswegs nur Beruf, sondern ganz sicher auch Berufung. Selbst promoviert und eine geschätzte Expertin auf ihrem Gebiet, waren ihr Integrität, Fairness und exaktes wissenschaftliches Arbeiten stets ein hohes Gut. Sie war einer der Menschen, die im Wissenschaftsbetrieb wohl immer seltener werden. Nicht in erster Linie auf die persönliche Reputation bedacht, sondern der Sache an sich verpflichtet, menschlich, offen und zugewandt, hilfsbereit. Aus vielen Reaktionen ihres beruflichen und privaten Umfeldes kann man ihr Empathie, Positivität, einen jederzeit respektvollen Umgang, aber auch Verbindlichkeit, sicheres Gespür für ein adäquates Nähe-Distanz-Verhältnis und gute Führungsqualitäten attestieren.

Silke Wenzel starb im Februar 2019 unter ungeklärten Umständen. Sie wurde in einem Hotel tot aufgefunden, weshalb die Polizei auch an einen möglichen Suizid dachte. Als starke und rational denkende Frau wirkte sie auf Familie und Freundeskreis aber keineswegs suizidal. Zwar war sie aufgrund einer langjährigen, komplizierten Beziehung, die in ihrem beruflichen Umfeld angesiedelt war und sie 2018 zur Trennung vom HIPS veranlasste, emotional gefordert und gewiss auch belastet, aber doch mit der festen Überzeugung, auch diese schwierige Situation bewältigen zu können. Sie hatte Pläne, die sie zielstrebig und mit Energie in Angriff nahm und vorantrieb. Bis zuletzt arbeitete sie an ihrer Zukunftsgestaltung.

Auch nach Abschluss des Ermittlungsverfahrens bleiben die genauen Umstände des Todes von Silke Wenzel weiterhin ungeklärt. Es bleibt eine Ungewissheit, die für Angehörige und Freunde schwer zu ertragen ist, zumal sich im Rahmen der Ermittlungen auch Fragen in andere Richtungen aufdrängten.

Sollten die Umstände ihres Todes tatsächlich für immer im unklaren bleiben, dann bliebe ein Stachel im Leben ihrer Nächsten, ein Stachel der die Wunde nicht heilen ließe. Und es bliebe ein Schatten über dem Leben von Silke Wenzel, die es gern klar hatte und doch Unklarheiten, ja Verstrickungen erleben musste.

Viele Fragen sind offen, auf die es (noch) keine Antworten gibt, Fragen, die nur schwer zur Ruhe kommen lassen, wie auch manches Verletzende. Aber Resignation und Verbitterung sollen und dürfen nicht die  Antwort sein. Tröstlich und hilfreich für die Angehörigen waren bereits  die vielen positiven, unterstützenden Reaktionen aus ihrem privaten und beruflichen Umfeld. Sie geben immer wieder aufs Neue Gewissheit, in Silke Wenzel nicht nur eine hervorragende Naturwissenschaftlerin, sondern auch eine hochgeachtete und hochgeschätzte Hochschullehrerin, Kollegin und gute Freundin verloren zu haben. Dieses Bild der geliebten Tochter und Schwester wird sich ihre Familie bewahren.

Hilfreich für die Angehörigen und Freunde wäre ein weiterhin reger Gedankenaustausch.

Sie können und dürfen auf dieser Homepage dazu mit Ihren Erinnerungen, aufklärenden Kommentaren und guten Wünschen beitragen.

Schicken Sie uns Ihre Beiträge an folgende E-Mail-Adresse: erinnerung.silke@one-science.de

Wenn Sie erlauben, veröffentlichen wir davon Texte auf dieser Homepage, auf Wunsch auch anonym.

Vielen Dank dafür!

Autoren: Martin Block / Sabine Ponsel, im Oktober 2019

Ein herzliches Danke allen Lesern der Erinnerungsseite und für die übermittelten persönlichen Worte!

 

Vor mehr als zwei Jahren hatten wir die Erinnerungsseite für Silke ins Leben gerufen. Seitdem wurde von vielen Interessierten diese Seite oftmals aufgerufen und die Besucher erfuhren so von ihrem tragischen Ableben. Manche Leser und Weggefährten haben sich anschließend mit lieben Zeilen, Informationen und anerkennenden Worten über Silkes menschliches und berufliches Wirken an uns gewandt.

Diese Beiträge empfanden wir sehr tröstend und hilfreich. Dafür möchten wir uns aus tiefstem Herzen bedanken.
Besucher der Erinnerungsseite, die vielleicht überlegt haben, auch ein paar Worte zu schreiben, möchten wir ermuntern, uns ruhig eine Nachricht zukommen zu lassen. Ein vertrauensvoller Umgang mit jeglichen Informationen ist für uns selbstverständlich. Jede Nachricht kann hilfreich sein und Silke eine Stimme verleihen.

Silke können wir nicht mehr zu den Vorkommnissen fragen. Sie kann zu allem nicht mehr Stellung beziehen. Uns ist nicht bekannt, welche Geschichten so kursieren. An dieser Stelle eine kleine Bitte: Hinterfragen Sie kritisch, was Ihnen zu Ohren kommt und wägen Ihre Einschätzungen hierzu ab.

Leider gingen die Ermittlungsbehörden (nachweislich!) und gehen vermutlich weiterhin einen einfachen und nicht viel Wirbel verursachenden Weg. Dies erfahren zu müssen, belastet sehr und lässt uns den Verlust noch schwerer ertragen.
Lautet doch der Titel eines Buches von Sabine Rückert: Tote haben keine Lobby.
Gut für den, der eine Lobby hat!

Wir freuen uns auf weitere Beiträge, Erinnerungen etc. und danken dafür schon im Voraus sehr herzlich.

Kontakt: erinnerung.silke@one-science.de